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Sichttiefe, Algen und Nährstoffe

Was die Messwerte aus dem Seenmonitoring bedeuten.

Wichtig: Diese Werte beschreiben den See als Lebensraum. Ob das Wasser zum Baden geeignet ist, bewerten allein die Gesundheitsämter anhand von Bakterienproben – das zeigt die Badeampel.

Sichttiefe

Die Sichttiefe gibt an, bis zu welcher Tiefe eine weiße Scheibe (Secchi-Scheibe) von oben noch zu sehen ist. Je mehr Algen, Schwebstoffe oder gelöste Farbstoffe (zum Beispiel aus Mooren) im Wasser sind, desto geringer ist die Sichttiefe. In unseren Diagrammen zeigt die Sichttiefe deshalb nach unten: ein längerer Strich bedeutet klareres Wasser.

Chlorophyll-a

Chlorophyll-a ist der grüne Farbstoff, den alle Algen für die Photosynthese nutzen. Seine Menge im Wasser ist ein Maß dafür, wie viele Algen im Freiwasser schweben. Ein Teil davon können Blaualgen (Cyanobakterien) sein; Chlorophyll-a allein unterscheidet das aber nicht.

Phosphor und Stickstoff

Phosphor und Stickstoff sind Nährstoffe für Algen und Wasserpflanzen. In vielen Seen begrenzt vor allem der Phosphor das Algenwachstum: Steigt der Phosphorgehalt, nehmen oft auch die Algen zu und die Sichttiefe ab. Nährstoffe gelangen zum Beispiel über Zuflüsse, Grundwasser, Abwasser oder aus dem Seegrund ins Wasser.

Trophie: nährstoffarm bis nährstoffreich

Fachleute fassen Nährstoffe, Algen und Sichttiefe zur Trophie zusammen – von oligotroph (nährstoffarm, sehr klar) über mesotroph und eutroph bis polytroph (sehr nährstoffreich). Nicht jeder See ist von Natur aus nährstoffarm: Flache Seen mit großem Einzugsgebiet sind auch ohne menschlichen Einfluss nährstoffreicher als tiefe Seen mit kleinem Einzugsgebiet. Das Landesamt für Umwelt vergleicht deshalb jeden See mit seinem natürlichen Referenzzustand. Die amtliche Trophie-Einstufung steht in den Limnologischen Steckbriefen des LfU, die wir bei jedem See verlinken.

Wie wir die Werte zusammenfassen

Wir zeigen für jedes Untersuchungsjahr ein Saisonmittel: Mittel März–Oktober an der Hauptmessstelle des LfU; Chlorophyll-a, Phosphor und Stickstoff aus der Mischprobe der lichtdurchfluteten Zone (euphotische Zone), mindestens 3 Probentage; die laufende Saison erst nach ihrem Ende. Das ist eine eigene Berechnung aus den veröffentlichten Einzelwerten. Sie folgt dem üblichen Vorgehen, kann aber von den Saisonmitteln in den Steckbriefen des LfU geringfügig abweichen. Viele Seen werden nur alle drei bis sechs Jahre untersucht – das Untersuchungsjahr steht deshalb immer dabei.

Quellen: Landesamt für Umwelt Brandenburg, Biologische Monitoringdaten der Oberflächenwasserkörper und Limnologische Steckbriefe der Seen (dl-de/by-2.0). Fachliche Hinweise zu diesem Text gern über die Kontaktadresse.